Geschäftsideen

Teil von Wie gewinnen Gründer erste Kunden mit einem klaren Akquiseplan?

Akquise mit kleinem Budget: Drei Wege zu passenden Kontakten

Drei budgetschonende Wege für Gründer: Empfehlungen, ein zulässiges Google-Unternehmensprofil und fachliche Netzwerke, dazu rechtliche Grenzen und ein Budgetblatt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für Empfehlungsanfragen können Sie vorhandene Kontakte nutzen. Planen Sie Zeit und mögliche vereinbarte Vergütungen ein.
  • Ein Google-Unternehmensprofil ist kostenlos, aber nur für Unternehmen mit persönlichem Kundenkontakt zulässig.
  • Werbemails und Werbeanrufe unterliegen strengen Einwilligungsregeln des UWG; eine pauschale Erlaubnis für bestehende Kontakte gibt es nicht.
  • Ein eigenes Budgetblatt erfasst Geld, Zeit, Reaktionen und Aufträge, ohne eine Erfolgsquote zu versprechen.

Empfehlungen aus bestehenden Kontakten anstoßen

Weiterempfehlungen durch bestehende Kundinnen, Kunden und Partner sind besonders wertvoll. Auch der Aufbau eines Netzwerks in Businessportalen ist sinnvoll, wie die Gründerplattform betont. Weiterempfehlungen und Netzwerke sind dort als Akquiseinstrument hervorgehoben. Dieser Weg kostet kaum Geld, aber Zeit: Sie müssen aktiv nach geeigneten Kontakten fragen und klar benennen, welche Art von Auftrag Sie suchen. Nennen Sie in der Anfrage konkret die gewünschte Leistung und den passenden Kundenkreis. Notieren Sie im Budgetblatt, wen Sie angesprochen haben und welche Reaktion folgt.

Ein berechtigtes Google-Unternehmensprofil pflegen

Ein kostenloses Unternehmensprofil bei Google kann dazu beitragen, dass Kunden Ihr Geschäft auf Maps und in der Suche leichter finden. Voraussetzung ist echter persönlicher Kundenkontakt: Google nennt Einzelhandelsgeschäfte oder Dienstleister, die Kunden besuchen. Reine Online-Unternehmen dürfen kein Unternehmensprofil einrichten.

Tragen Sie Öffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer und Website ein, je nach Kategorie auch ein Einzugsgebiet. Beantworten Sie Rezensionen und zeigen Sie Fotos. Notieren Sie, über welchen Weg Interessenten auf Sie aufmerksam geworden sind. Wer nur online verkauft, kann kein Profil einrichten. Google nennt Google Ads als bezahlte Option, verpflichtet aber nicht dazu.

In fachlichen Netzwerken und Portalen ansprechbar sein

Passive Akquise über Branchenverzeichnisse und Businessportale macht Sie auffindbar, ohne dass Sie direkt anrufen oder anschreiben. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob ein Eintrag kostenlos ist oder Gebühren entstehen. Wählen Sie ein oder zwei Plattformen, die zu Ihrer Zielgruppe passen, und halten Sie Ihr Profil aktuell. Antworten Sie auf fachliche Fragen, wenn Sie etwas beitragen können, und nennen Sie dabei Ihre passende Leistung ohne reine Werbebotschaften.

Im Budgetblatt erfassen Sie die Zeit für Profilpflege und Antworten. Messen Sie Reaktionen und Anfragen aus Ihrer eigenen Teilnahme, bevor Sie mehr Zeit dafür einplanen.

Rechtliche Grenzen für E-Mail und Telefon beachten

Für Werbung per E-Mail brauchen Sie grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 Absatz 2 Nummer 2 UWG. Die Ausnahme des Absatzes 3 erfordert vier gemeinsame Voraussetzungen: Adresse beim Verkauf erlangt, eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen, kein Widerspruch und ein klarer Hinweis bei Erhebung und jeder Verwendung auf die jederzeitige Widerspruchsmöglichkeit ohne andere als die Übermittlungskosten nach Basistarifen.

Für Telefonwerbung gilt: Gegenüber Verbrauchern ist eine vorherige ausdrückliche Einwilligung nötig, gegenüber sonstigen Marktteilnehmern zumindest eine mutmaßliche. Eine allgemeine Erlaubnis, bestehende Kontakte einfach anzurufen oder anzuschreiben, gibt es nicht.

Eigenes Budgetblatt führen

Ihr Budgetblatt verknüpft Maßnahme, Geldaufwand, Zeitaufwand, Reaktionen und Aufträge. Ein hypothetisches Beispiel:

Maßnahme Geld Zeit Reaktionen Nächster Schritt
5 Empfehlungsanfragen 0 Euro 3 Stunden 2 Antworten 1 Beratungstermin (noch kein Auftrag)

Der Beratungstermin ist noch kein Auftrag. Erfassen Sie gewonnene Kunden gesondert. Für die Kundengewinnungskosten teilen Sie den Geldwert des gesamten Akquiseaufwands durch die Zahl der tatsächlich gewonnenen Kunden.

Bewerten Sie Ihre Zeit mit einem angenommenen Stundensatz: Drei Stunden zu 40 Euro ergeben beispielsweise 120 Euro. Bei null gewonnenen Kunden ist eine Division nicht möglich. Vergleichen Sie später Maßnahmen mit gleichem Zeitraum und derselben Kostenerfassung. Ein einzelner Termin belegt noch keinen rentablen Kanal.

Häufige Fragen

Darf ich bestehenden Kunden einfach Werbemails schicken? Nein. Grundsätzlich brauchen Sie eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Die Ausnahme nach § 7 Absatz 3 UWG verlangt eine beim Verkauf erhaltene Adresse, eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen und fehlenden Widerspruch. Bei Erhebung und jeder Verwendung müssen Sie klar auf den jederzeit möglichen Widerspruch hinweisen. Dafür dürfen nur Übermittlungskosten nach Basistarifen entstehen.

Ist ein Google-Unternehmensprofil wirklich kostenlos? Ja, das Profil selbst ist kostenlos. Es ist aber nur für Unternehmen mit persönlichem Kundenkontakt zulässig. Reine Online-Unternehmen können es nicht einrichten. Google nennt Google Ads als optionale bezahlte Alternative.

Muss ich für Empfehlungen Geld ausgeben? In der Regel nein. Sie investieren hauptsächlich Zeit für das Ansprechen und Nachfassen. Falls Sie eine vereinbarte Provision oder ein Geschenk zahlen, zählen diese Kosten und Ihr eigener Zeitaufwand ins Budget. Empfehlungen können auch ohne bezahltes Programm funktionieren.

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